Meine ersten großen Programme (Rechenblatt, EOS, Object-Draw, Soziogramm-Editor) habe sind alle mit Delphi 6.0 programmiert. Diese Programmiersprache war lange Jahre das Nonplusultra im Bereich der Windows-Entwicklerwerkzeuge. Die komfortabel bearbeitbaren Eigenschaften und Ereignissen als Schnittstelle zwischen Programmtext und grafisch editierbaren Formularen (=Fenstern) sind eine große Entlastung für jeden Programmierer. Auch die Möglichkeit, große Programme mitsamt Ihrer Ressourcen in einer Datei unterzubringen und die Tatsache, dass Delphi-Programme (im Gegensatz zu Visual Basic) nicht auf das Vorhandensein von Laufzeitdateien angewiesen sind, war lange Zeit einzigartig. Delphi hat wirklich Standards gesetzt.
Leider ist Delphi sehr auf Windows fokussiert, d.h. Delphi-Programme lassen sich nur zu Windows-Maschinensprachedateien (exe) oder .net-Dateien kompilieren. Dies wurde von den Anwendern meiner Programme in den letzten Jahren immer öfters (zu Recht) beklagt. Zudem ist der Wechsel von Borland zu Codegear und von dort zu Embarcadero-Technologies (siehe Wikipedia) nicht sehr vertrauenserweckend. Die Entwicklung der Sprache und der Bibliotheken scheint auch immer mehr ins Stehen zu kommen. Das freie Substitut Lazarus kommt leider seit Jahren nicht aus den Kinderschuhen heraus.
Anfang 2008 war klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich entschied mich, auf Java umzusteigen. Eine Bewertung der Alternativen findet sich hier. Leider ist hat auch Java Haken, aber zumindest habe ich hier das Gefühl, dass an der Programmiersprache und den Werkzeugen gearbeitet wird.
Ich habe das erste Jahr ziemlich gekämpft, bis ich alles das, was unter Delphi möglich ist und aus meiner Sicht für moderne Programme Selbstverständlichkeiten sind, auch in Java umsetzen konnte. Ohne die Hilfe von Andi hätte ich es nicht geschafft (Danke!).
Damit es andere leichter haben, hier eine Zusammenstellung meiner größten Probleme beim Umstieg von Delphi zu Java zusammen mit möglichen Lösungen: